Es gibt eine Handvoll Fragen, die mir im Chat jede Woche begegnen, und eine davon lautet sinngemäß: „Wo ist der Knopf zum Aufgeben?" Gemeint ist die Möglichkeit, eine aussichtslose Hand gegen die Hälfte des Einsatzes zurückzugeben, statt sie auszuspielen. Ich beantworte das inzwischen immer gleich, und zwar mit einem klaren Nein plus Erklärung — weil ein klares Nein mehr hilft als die Suche nach einem Knopf, den es nicht gibt.

Die Frage, so wie sie ankommt
Meistens kommt sie von Leuten, die Blackjack aus einem Buch oder aus einer Strategietabelle kennen. Dort steht in ein paar Feldern ein Kürzel, das „aufgeben, sonst ziehen" bedeutet, und wer das gelesen hat, sucht am Tisch danach. Manchmal kommt sie auch von jemandem, der das Wort an einem anderen Tisch gesehen hat und wissen möchte, ob es bei uns ebenfalls existiert.
Beides ist berechtigt, und beide Male fällt die Antwort kurz aus. Dann folgt der interessantere Teil: Was hätte dieser Knopf getan, wie oft wäre er dran gewesen, und was macht man an genau diesen Händen ohne ihn?
An unseren Tischen gibt es vier Handlungen
Nach den ersten beiden Karten entscheidest du zwischen ziehen, halten, verdoppeln und teilen. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht, und diese Übersichtlichkeit ist einer der Gründe, warum Blackjack sich so schnell erklären lässt. Was zwischen unseren Varianten tatsächlich abweicht, ist an anderer Stelle beschrieben: die Auszahlung des Blackjacks, die Regeln zum Verdoppeln und Teilen sowie die Zahl der Kartensätze im Spiel. Das Aufgeben taucht in dieser Aufzählung nicht auf, und das ist keine Auslassung, sondern der Stand.
Wer also aus einer Tabelle kommt, in der diese Handlung vorkommt, streicht die betreffenden Felder und ersetzt sie durch die dort jeweils hinterlegte Ausweichhandlung. Welche das ist, steht weiter unten — es sind erfreulich wenige Fälle.
Gelegentlich wird die Schaltfläche auch mit etwas anderem verwechselt. Manche meinen damit, eine laufende Runde abzubrechen und den Einsatz zurückzunehmen, nachdem die Karten liegen. Das geht an keinem Kartentisch, weder bei uns noch anderswo: Mit dem Ende der Einsatzphase ist der Einsatz platziert. Bricht am Live-Tisch sogar die Verbindung ab, bleibt er gültig und wird nach den Regeln des Tisches abgerechnet; das Ergebnis steht danach im Verlauf, verloren geht dabei nur das Zusehen.
Was Aufgeben in der Sache bedeutet
Die Idee ist simpel: Statt eine Hand auszuspielen, von der man ausgeht, dass sie meistens verliert, gibt man sie zurück und bekommt die Hälfte des Einsatzes wieder. Man verliert also sicher fünfzig Prozent, statt mit hoher Wahrscheinlichkeit hundert.
Rechnerisch lohnt sich das nur in einem schmalen Bereich. Eine Hand muss so schlecht stehen, dass sie im Mittel mehr als die Hälfte des Einsatzes kostet — sonst ist Ausspielen günstiger. Das trifft auf sehr wenige Kombinationen zu, und auch dort geht es um wenige Prozentpunkte des Einsatzes, nicht um eine andere Größenordnung. Wer die Handlung nie benutzt, spielt deshalb kein völlig anderes Spiel; er lässt einen kleinen rechnerischen Vorteil liegen, der nur an drei, vier Stellen der Tabelle überhaupt auftaucht.
Die frühe Variante und warum sie so selten ist
Es gibt zwei Spielarten dieser Regel, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als der zwischen Aufgeben und Nichtaufgeben.
| Variante | Wann entschieden wird | Wie stark sie wirkt | |---|---|---| | spätes Aufgeben | erst nachdem feststeht, dass der Geber keinen Blackjack hat | gering, betrifft wenige Hände | | frühes Aufgeben | schon vorher, auch gegen ein Ass oder eine Zehn des Gebers | deutlich stärker, weil auch der Blackjack-Fall abgedeckt ist |
Die frühe Variante ist rechnerisch so viel wertvoller, dass sie an heutigen Tischen kaum noch vorkommt — sie würde die Spanne für das Haus spürbar drücken. Wenn dir jemand erzählt, er habe „Aufgeben" an einem Tisch gesehen, war es mit hoher Wahrscheinlichkeit die späte Form. Die frühe ist eine historische Fußnote, die sich vor allem in älteren Texten hält.

Wo es steht, wenn ein Tisch es anbietet
Unabhängig davon, an welchem Tisch du sitzt, gilt dieselbe Gewohnheit: Die Regeln stehen im Menü des Titels unter „Regeln" oder „Info", zusammen mit der Auszahlungsquote. Bei Tischspielen findest du dort keine Symboltabelle wie bei einem Automaten, sondern eine Regeltafel, und der Aufbau ist bei allen Studios ähnlich. Vier Zeilen lohnen den Blick, bevor du die erste Hand spielst:
- womit ein Blackjack ausgezahlt wird — üblich ist das Anderthalbfache des Einsatzes statt des Doppelten; - wie der Geber sich verhält, wenn er auf siebzehn kommt; - ob und wann verdoppelt und geteilt werden darf, auch nach einem Teilen; - wie viele Kartensätze im Spiel sind.
Das kostet eine halbe Minute, und bei einem Spiel, das man über Stunden spielt, ist diese halbe Minute gut angelegt. In der Software liegt diese Tafel jederzeit offen, am Live-Tisch liest man sie sinnvollerweise vor dem Einsteigen — dort läuft eine Einsatzphase von zehn bis zwanzig Sekunden, und die reicht für Klicks, nicht für Lektüre. Welche Tische gerade offen sind, siehst du nach dem Anmelden in unserer Lobby.
Die drei Hände, um die es überhaupt geht
In den Tabellen, die diese Handlung kennen, sind es fast immer dieselben Felder: eine harte Sechzehn gegen eine hohe Karte des Gebers, eine harte Fünfzehn gegen eine Zehn, und je nach Regelwerk noch eine Sechzehn gegen ein Ass. Das war es im Wesentlichen.
Alle drei liegen in dem Bereich, der sich ohnehin unangenehm anfühlt. Eine Sechzehn gegen eine hohe Karte ist die unbeliebteste Situation im ganzen Spiel: Ziehen geht oft schief, Stehenbleiben führt meistens zur Niederlage, und beide Wege sind schlecht. Genau deshalb existiert die Regel dort, wo sie existiert — sie ist ein Notausgang für die Hände, für die es keine gute Antwort gibt.
Wie oft kommen sie vor? Ich habe an einem Abend mitgezählt und kam auf ungefähr jede vierzehnte Hand, in der eine dieser Kombinationen auf dem Tisch lag. Bei den Zahlen aus meiner Sitzung waren das in gut hundert Händen sieben Gelegenheiten, und der rechnerische Unterschied zwischen beiden Wegen bewegte sich dabei im Bereich weniger Cent je Hand. Bei dir kann die Verteilung anders ausfallen — die Größenordnung bleibt.
Was ich an diesen Händen tatsächlich tue
Ohne den Notausgang bleibt die Anweisung aus der Grundtabelle, und sie lautet für genau diese Fälle: ziehen. Zeigt der Geber eine hohe Karte, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine gute Hand kommen; gegen achtzehn oder neunzehn gewinnt eine Sechzehn nie. Also führt kein Weg daran vorbei, es zu versuchen — auch wenn es dabei oft schiefgeht und sich jedes Mal falsch anfühlt.
Bei einer niedrigen offenen Karte des Gebers dreht sich das um: Dann bleibe ich mit zwölf bis sechzehn stehen, weil er selbst ziehen muss, bis er mindestens siebzehn erreicht, und das häufig nicht übersteht. Wer in dieser Lage zieht, übernimmt dieses Risiko freiwillig.
Mein praktischer Umgang damit ist unspektakulär: Ich habe mir die fünf Grundregeln gemerkt, spiele sie auch dann durch, wenn eine Hand hässlich aussieht, und halte mich von Nebenfeldern fern. Der rechnerisch günstigste Einsatz ist bei diesem Spiel das Grundspiel mit sauberer Spielweise; teurer wird es durch falsche Entscheidungen und durch Zusatzfelder. Für das Einüben nehme ich einen Software-Tisch, weil niemand wartet, während ich in der Regeltafel nachsehe — und weil der Mindesteinsatz dort oft bei wenigen Cent liegt.

Noch ein Satz, der bei uns zu jedem Text über Tische gehört: Ein Konto führen wir ausschließlich für Personen ab 18 Jahren, geprüft wird das Geburtsdatum beim Abgleich mit dem Ausweis. Blackjack verleitet dazu, eine verlorene Hand sofort korrigieren zu wollen — dagegen hilft ein Betrag, der vor der ersten Runde feststeht, und eine Sitzungserinnerung, die sich nach der gewählten Spieldauer meldet. Beides liegt in den Kontoeinstellungen unter Spielerschutz, zusammen mit Einzahlungs- und Verlustlimit sowie einer Pause, die von 24 Stunden bis zu mehreren Monaten reicht.